Berlin hat entschieden - Der Dialog muss weiter gehen!


Der Volksentscheid "Pro Reli" ist aus Sicht der Initiatoren gescheitert. Nicht scheitern darf das Bemühen um das gemeinsame Ziel der Wertevermittlung in gegenseitiger Toleranz. Die Pankower BündnisGrünen halten am dialogorientierten Ansatz in dieser für unsere Gesellschaft wichtigen Frage auch weiterhin fest!
BündnisGrüner Stand nach dem Volksentscheid: Sonntag, 03. Mai, ab 12 Uhr an der Ecke Stargarder/Greifenhagener OR-FD

 

26. April: Der Kollwitzplatz hat entschieden


Endspurt im Standmarathon zum morgigen Volksentscheid zu "Pro Reli". Unsere Informationen über die unterschiedlichen Positionen dazu sind in einem Flyer eingeflossen der noch mal fleissig verteilt werden soll und der bei bisherigen Ständen gut ankam. Bei bestem Wetter hat sich dies eine größere Gruppe unter Führung von  Heiko Thomas, Bündnisgrüner Direktkandidat für den Pankower Wahlkreis zur Bundestagswahl und BVV-Fraktionssprecherin Stefanie Remlinger vorgenommen.   Mehr »

 

Pro oder Contra?


Pro oder Contra? - Auf jeden Fall: WÄHLEN GEHEN!
Am 26. April ist Volksentscheid

Am 26. April 2009 sind alle BerlinerInnen aufgerufen, im Pro Reli-Volksentscheid ihre Stimme abzugeben. Wenn mindestens 25% der Wahlberechtigten mit Ja stimmen und nicht noch mehr mit Nein, wird das bisherige Berliner Modell ersetzt durch ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion.

Das Thema erhitzt seit Monaten die Gemüter, auch bei uns Pankower Bündnisgrünen. Unabhängig davon, was man in der Frage für richtig hält, halte ich zwei Dinge für wichtig, nämlich: Die Debatte sollte dialogorientiert, offen und fair ausgetragen werden – gerne bei uns am Stand oder auf unserer Website www.gruene-pankow.de. Und: Helfen Sie mit Ihrer Stimme zu entscheiden, was das tragfähigere Modell für ein respektvolles Zusammenleben in unserem multikulturellen und multireligiösen Berlin ist. Diskutieren Sie mit unter: www.gruene-pankow.de/themen/debatte/pro-ethik-religion/

Stefanie Remlinger, Fraktionsvorsitzende in der BVV Pankow   Mehr »

 

Die Andersgläubigen


In der 23-köpfigen Grünen-Fraktion war es der Bauexperte Andreas Otto (47), in Templin geboren und - auch er - in Pankow zu Hause, der allein "Pro Reli" unterstützte. Otto sieht sich geprägt davon, dass im Osten vor 1989 viele Kirchengemeinden der Raum für staatsunabhängiges Denken und geistige Freiheit waren. "Als Bewohner der DDR war ich in und außerhalb der Schule mit der marxistisch-leninistischen Staatsreligion konfrontiert", sagt er. Für ihn gilt: "Der Staat darf keine Zivilreligion aus sich selbst heraus kreieren und diese als Wertemonopol an der Schule installieren." OR-FD Mehr

 

Volksentscheid Pro Reli & Pro Ethik: Der Dialog muss weiter gehen!


Das Podium: (v.r.n.l.) Dr. Christoph Lehmann, Vorsitzender der Initiative ProReli Prof. Dr. Rolf Schieder, Sprecher des Forschungsbereichs Religion und Politik - HU Berlin, Enis Wilmesmeier, Landesschülervertretung Stefanie Remlinger, Moderation - Bildungsreihe "Gute Schule" Manfred Zimmermann, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Heiko Thomas (Direktkandidat B90/Grüne Pankow und
Prof. Dr. Michael Bongardt,
Geschäftsführender Direktor Institut für Vergleichende Ethik, Freie Universität Berlin

Zur Podiums-, und Saaldiskussion mit dem Titel "Ethik für alle - Glaube wer will?" hatte die Bildungsreihe Gute Schule und die BündnisGrünen Pankow/Berlin am 25. März in den Pfefferberg/Prenzlauer Berg eingeladen. Ca. 100 engagierte Menschen verfolgten die weit über zweistündige Debatte im Vorfeld des Volksentscheides am 26. April 2009. Es wurde sehr schnell klar, dass alle Seiten gleiche Ziele, wie Integration, (religionskundliche) Bildung und ganz praktisch mehr Toleranz und Respekt in dieser Stadt mit ihrer multikulturellen und multireligiösen Ausprägung erreichen wollen. Es wurde aber auch sehr deutlich, dass die Wege dahin höchst unterschiedlich von den GesprächsteilnehmerInnen angesehen werden. Bündnis 90/Die Grünen ist eine pluralistische Partei. Das Angebot zum Dialog, auch über scheinbar unüberwindbare Grenzen hinweg bleibt oberstes Gebot in dieser bedeutenden Auseinandersetzung für diese Stadt. Die Online-Redaktion hatte einen kleinen Live-Twitter-Bericht während der Veranstaltung verfasst, natürlich aus Sicht des Twitterers Dietmar Sittek OR-FD

Mehr Fotos und Kurzstatements der Podiumsteilnehmer zur Veranstaltung hier   Mehr »

 

"BildungsBürgerInnen gesucht - Pankower Gesprächsreihe Gute Schule"
von Maria Pfennig & Stefanie Remlinger veranstaltet mit freundlicher Unterstützung des Landesverbandes Bündnis 90/Die Grünen Berlin am

25. März 2009, 20:00 Uhr im Pfefferberg, Schönhauser Allee 176, Haus 13 zum Thema:

"Ethik für alle - Glaube wer will?"

eine Podiumsdiskussion aus Anlass des Volksentscheids "Pro Reli" am 26. April 2009. Herzlich Willkommen!

Podiumsteilnehmer:

  • Vertreter von "Pro Reli" Dr.  Christoph Lehmann, Vorsitzender der Initiative ProReli Prof. Rolf Schieder, Sprecher des Forschungsbereichs Religion und Politik, HU Berlin
  • Vertreter von "Pro Ethik" Manfred Zimmermann, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. Michael Bongardt, Geschäftsführender Direktor Institut für Vergleichende Ethik, Freie Univ. Berlin
  • Heiko Thomas (Direktkandidat B90/Grüne für den Bundestagswahlkreis 77 - Pankow)

Moderation: Stefanie Remlinger & Maria Pfennig (Bildungsreihe "Gute Schule"

Ethik für alle – Glaube wer will? - Am 26. April 2009 sind alle BerlinerInnen aufgerufen, im Pro-Reli Volksentscheid ihre Stimme abzugeben. Egal, was man von der Terminsetzung hält: Jetzt gilt es, sich auf die inhaltlichen Kernfragen zu konzentrieren, Fragen an das Verhältnis von Staat und Kirche, an den Ethikunterricht im Spannungsfeld von Theologie, Philosophie und Lebenspraxis, und Fragen nach möglichen Orten, an denen wir aushandeln: Wie wollen wir miteinander leben?
Im Mittelpunkt der Veranstaltung soll ein echter Dialog zwischen VertreterInnen der unterschiedlichen Seiten stehen. Ziel ist zu klären, ob es nicht doch Gemeinsamkeiten in den Anliegen gibt, die es erlauben würden zu definieren, was wir dringend brauchen: Ein tragfähiges Berliner Modell für eine multireligiöse Gesellschaft im 21. Jahrhundert.
Stefanie Remlinger, für die Veranstaltungsreihe "BildungsBürgerInnen gesucht - Gute Schule" aus Pankow

 

DEBATTE


Pro Reli-Debatte im Parlament - Rede von Volker Ratzmann (MdA Grüne) und Statement von Andreas Otto (MdA Grüne)

Berlin braucht den gemeinsamen Ethikunterricht - die direkte Demokratie braucht die Abstimmung über das Volksbegehren "Pro Reli" am Tag der Europawahl

Rede von Volker Ratzmann in der Aktuellen Stunde des Abgeordnenhauses am 29. Januar 2009 zum Volksentscheid "Pro Reli" » auch auf RBB - Im Parlament

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eines ist jetzt schon klar: Egal, wie diese Entscheidung ausgeht, egal, wie Berlin über Ethik- und Religionsunterricht entscheiden wird – es gibt schon eine Gewinnerin in dieser Frage, und das ist die direkte Demokratie. Wir erleben gerade, dass es richtig war, die Hürden zu senken, dass es sich gelohnt hat, die langwierigen Diskussionen zur Veränderung der Verfassung zu führen. Seit Jahrzehnten tobt diese Diskussion über den Religionsunterricht in dieser Stadt. Jetzt entscheidet Berlin. Das ist Demokratie, und wir Bündnisgrünen finden das richtig. Mehr

Persönliche Erklärung zum Abstimmungsverhalten gem. §72 der GO zur Drs. 16/2137, am 19.2.2009 (Sitzung des Abgeordnetnehauses von Berlin

In der Frage des anstehenden Volksentscheides über Religions- und Ethikunterricht in den Berliner Schulen sind die Meinungen geteilt – in den Schulen, in den Parteien, in der Presse, sogar in der taz, und nicht zuletzt auch in manchen Kirchengemeinden. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es keine einfachen Antworten gibt. Ich war als Bewohner der DDR in und außerhalb der Schule mit der marxistisch-leninistischen Staatsreligion konfrontiert. „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein“ haben deren Parteisekretäre auf dem Lande gepredigt. Meine Damen und Herren, auch der Glaube an keinen Gott ist ein Glaube. Der Staat - wenn er seine Neutralität ernst nimmt – darf keine Zivilreligion aus sich selbst heraus kreieren und diese als Wertemonopol an der Schule installieren. Seine Aufgabe ist es, den unterschiedlichen geistigen Strömungen und Kulturen Raum zu bieten, sich im Rahmen des Grundgesetzes selbst zu organisieren. Mehr

Stellungnahme der AG bündnisgrüner ChristInnen im Landesverband Berlin zur Diskussion um den Religionsunterricht in Berlin

Bündnisgrüne Christen unterstützen Pro Reli
Entgegen der derzeitigen Mehrheitsposition unserer Partei gibt es eine Gruppe von bündnisgrünen ChristInnen mit anderer Meinung. Diese wollen wir mit diesem Thesenpapier zum Ausdruck bringen:

In der Diskussion um den Status des Religionsunterrichtes in Berlin gibt es zwei unvereinbar scheinende Positionen. Die Befürworter eines konfessionell getrennten Religionsunterrichtes argumentieren pädagogisch: Kinder und Jugendliche müssten zuerst eigene religiöse Positionen entwickeln, bevor sie darüber in eine interreligiöse Auseinandersetzung treten könnten. Das Argument ist stichhaltig und das Anliegen legitim.

Die Befürworter eines verpflichtenden Ethik-Unterrichtes für alle argumentieren ebenfalls pädagogisch: Auch wenn die Schule und auch ein einzelnes Fach das Problemfeld interreligiöser Spannungen nicht allein lösen kann, so muss doch die Schule als wichtige Sozialisationsinstanz hierzu mindestens einen gewichtigen Beitrag leisten und darf die Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Positionen nicht dem Schulhof überlassen. Auch dieses Argument ist stichhaltig und das Anliegen legitim.
Die Befürworter des Religionsunterrichtes laufen jedoch Gefahr, den Verständigungsauftrag der Schule nicht ernst genug zu nehmen und so die Schülerinnen und Schüler zu überfordern, weil sie nicht ausreichend Dialogfähigkeit eingeübt haben. Die Befürworter des Ethik-Unterrichtes andererseits laufen Gefahr, die Entwicklungsperspektive zu vergessen und so die Schülerinnen und Schüler zu überfordern, indem sie ihnen einen fertigen Erwachsenen-Standpunkt abverlangen. Schülerinnen und Schüler fordern vom Religions- wie vom Ethikunterricht mit recht beides: Identifikationsangebote und Auseinandersetzungsmöglichkeiten. Wenn die Fächer das nicht schaffen, müssen sie mit der (inneren) Emigration der Jugendlichen rechnen.

Lösungen in diesem komplexen Spannungsfeld sind nicht einfach. Die öffentliche Diskussion offenbart tiefe Verletzungen auf allen Seiten, wenn die Beteiligten zu Polemik und Unterstellungen greifen. Stattdessen würdigen wir ausdrücklich alle Diskussionsbeiträge als ernsthaftes Ringen um die beste Lösung. Wir fordern alle Beteiligten auf, in demselben Sinne das Bemühen des Gesprächspartners anzuerkennen und sachlich zu diskutieren. Auch unser Beitrag ist der Versuch, „der Stadt Bestes“ zu suchen (Jer 29,7).

Es ist unsere feste Überzeugung, dass die Schule, um dem Spannungsfeld gerecht zu werden, Raum für beides geben muss: für Erfahrungen von Zugehörigkeit und Identifikation einerseits, aber genauso von Pluralität und Auseinandersetzung andererseits, für beides möglichst ohne Abstriche. Identifikationsangebote sind nicht ohne konfessionell getrennten Unterricht zu haben, Auseinandersetzung nicht ohne gemeinsamen Unterricht.
Zugleich darf es nicht dazu kommen, dass eine Weltanschauung staatlich verordnet wird. Der weltanschaulich neutrale Staat darf sich keine Weltanschauung zueigen machen. Damit haben zuletzt die Menschen im Ostteil unserer Stadt schlechte Erfahrungen gemacht.
Deshalb halten wir es für die beste Lösung, das Grundmodell des nach Bekenntnissen getrennten Religions- oder Weltanschauungsunterrichtes als Wahlpflichtfach in Berlin einzuführen. Dieser muss um verbindliche Phasen gemeinsamen Lernens im Klassenverband ergänzt werden. Wir lehnen uns damit an die Vorschläge der Initiative Pro Reli an, meinen aber, dass diese gemeinsamen Phasen gesetzlich festgeschrieben werden müssten. Sie dürfen ein Drittel der gesamten Unterrichtszeit nicht unterschreiten.
Wir sind sicher, dass auf diese Weise kein Wahlzwang entsteht, sondern im besten Sinne eine Wahlpflicht, die beides, Identifikation und Auseinandersetzung, gewährleistet. Religions- und  Ethikunterricht auf der einen und eine gemeinsame Werteerziehung auf der anderen Seite würden sich so nicht ausschließen, sondern auf Augenhöhe ergänzen.

Deshalb unterstützen wir das Volksbegehren Pro Reli. Wir fordern den Landesvorstand unserer Partei auf, mit den VertreterInnen der Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften das Gespräch zu suchen, um auf Dauer ein gleichberechtigtes Miteinander in unserer Stadt zu ermöglichen und die Spaltung unserer Stadt abzuwenden.

Thorsten Maruschke, bündnisgrüne ChristInnen

Kontakt:
Thorsten Maruschke
thorsten.maruschke@gmx.de
030 4000 3308

 

Pro Reli & Pro Ethik

 

web-blog Pro Ethik vom Landesverband Bündnis 90/Die Grünen Berlin

 

Die Initiative Pro Reli wirbt für die Wahl zwischen dem Fach ETHIK und  RELIGION

 
 

Christen pro Ethik fanden sich in Reaktion auf den Start der "Initiative pro Reli" als Untergruppe der "Initiative pro Ethik" zusammen, um das Unterrichtsfach Ethik als gemeinsames und zwischen den verschiedenen Traditionen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in Berlin vermittelndes Pflichtfach für alle Jugendlichen in den Schulklassen 7-10 zu erhalten.

 

DEBATTE HIER AUF GRÜNE PANKOW


Diskussionsbeiträge nach und zur Veranstaltung "Ethik für alle - Glaube wer will?" werden hier veröffentlicht. Mail an DIE REDAKTION oder per Copy & Paste redaktion(at)gruene-pankow.de

Wir verweisen auf die Kommentarmöglichkeiten zu den gesetzten Beiträgen auf dem web-blog des Landesverbandes hier DIE REDAKTION

 
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